DAS RADBALL-WIKI
Schnelligkeit, pure Balance und spektakuläre Tore: Radball ist wohl der rasanteste Hallensport auf zwei Rädern. Hier erfährst du alles über die Regeln, das einzigartige Material und die Geschichte dieser faszinierenden Sportart.

Das Sportgerät (Das Rad)
Der Lenker ist nach oben gebogen, der Sattel ist nicht zum Sitzen gebaut und eine starr durchlaufende Nabe (kein Leerlauf – man kann rückwärts fahren!). Reifen werden mit extremen 8–10 bar aufgepumpt. Kostenpunkt: 1.500 € bis 2.800 €.

Das Spielgerät (Der Ball)
Durchmesser von ca. 18 cm, Gewicht stolze 500–600 Gramm. Das Besondere: Er enthält keine Luft! Der Kern besteht aus gepresstem Elch- oder Rosshaar, umwickelt mit Stoff und drei stabilisierenden Textilbandagen. Dadurch springt er kaum und fliegt kontrolliert.

Der Spielplatz (Das Spielfeld)
Ein kompaktes Hallenfeld (14m x 11m), komplett umschlossen von einer 30 cm hohen, schrägen Holzbande, damit der Ball an den Seiten im Spiel gehalten wird. Tore messen exakt 2×2 Meter, davor liegt der halbkreisförmige Strafraum (2m Radius).
Die wichtigsten Regeln im Überblick
Wann darf der Ball gespielt werden?
Die wichtigste Grundregel im Radball lautet: Ein Spieler darf den Ball nur dann spielen oder abwehren, wenn er mindestens eine Hand am Lenker und beide Füße auf den Pedalen hat. Berührt ein Fuß den Hallenboden, ist der Spieler sofort „vom Spiel ausgeschlossen“ und darf erst wieder eingreifen, wenn er einmal hinter die eigene Torauslinie gefahren ist.
Die Strafraum-Regel (Wer darf rein?)
Im halbkreisförmigen Strafraum vor dem Tor gilt das Grundprinzip: Es darf sich pro Team immer nur maximal ein Spieler gleichzeitig darin aufhalten.
Daraus ergeben sich folgende Regeln für Abwehr und Angriff:
Die Verteidigung (Torhüter):
– Der verteidigende Spieler im Strafraum fungiert als Torhüter und darf den Ball dort als Einziger mit den Händen abwehren.
– Befinden sich zwei Verteidiger gleichzeitig im Strafraum, führt das zu einem 4-Meter-Strafstoß für die Angreifer.
Der Angriff:
– Ein angreifender Spieler darf den Strafraum nur dann befahren, wenn sich auch der Ball im selben Moment dort befindet.
– Fährt ein Angreifer ohne Ball hinein oder befinden sich zwei Angreifer gleichzeitig im Strafraum, gibt es einen Freistoß für die verteidigende Mannschaft.
Spielzeiten nach Altersklassen
Radball verlangt extreme Kondition, weshalb die Spielzeiten knackig kurz sind:
Schüler (U11 bis U17): 2x 5 Minuten
Junioren (U19): 2x 6 Minuten
Erwachsene (Elite): 2x 7 Minuten
Die Disziplinen
2er-Radball (Der Hallen-Klassiker)
Die weltweit am häufigsten praktizierte Disziplin. Zwei Teams mit je zwei Spielern stehen sich in der Halle gegenüber. Ohne festen Torwart wechseln sich die Spieler fliegend ab. Extrem schnell, trickreich und von permanenten Richtungswechseln geprägt.
5er-Radball (Das Hallen-Spektakel)
Hier wird mit fünf Spielern pro Team auf einem großen Handballfeld und auf entsprechend größere Tore gespielt. Es gibt einen festen Torwart, und die Spielzeit beträgt 2x 15 Minuten. Ein echtes Taktik-Spektakel mit viel Raum für Spielzüge.
6er-Rasenradball (Die Ur-Form im Freien)
Ein faszinierender Blick in die Geschichte: Bis weit in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Radball vorwiegend draußen auf Rasenplätzen gespielt. Beim 6er-Radball treten zwei Mannschaften mit je sechs Spielern auf einem normalen Fußballfeld an. Gespielt wird mit einem schweren Fußball (Größe 5). Heute wird diese traditionsreiche Disziplin nur noch selten zu besonderen Anlässen oder Jubiläen ausgetragen – ein echtes Stück lebendige Radsport-Geschichte!
Theorie gelernt? Jetzt ab in die Halle!
Radball muss man live erleben, um die Dynamik, den harten Torschuss und die unglaubliche Balance der Spieler wirklich zu verstehen. Egal, ob du einfach mal beim Training zuschauen möchtest oder selbst Lust hast, dich unter Anleitung unserer Trainer aufs Rad zu schwingen: Bei uns beim RV Oker ist jeder herzlich willkommen!
